Biographie
Dr. Marina Rudyak erforscht, wie China seine Rolle in der Welt definiert und wie sich seine Vorstellungen von Ordnung, Entwicklung und internationaler Zusammenarbeit in konkrete Politik übersetzen.
Im Zentrum steht das Phänomen Global China und die Strategien, mit denen das Land seine politische und ideologische Reichweite ausbaut.
Ein besonderer Fokus liegt auf Chinas Entwicklungszusammenarbeit und den Beziehungen zum Globalen Süden – insbesondere in Afrika und Zentralasien –, den Beziehungen zu Russland sowie den politischen Narrativen und Kommunikationsstrategien der Kommunistischen Partei Chinas.
Aktuelle Tätigkeit
Derzeit ist Marina Rudyak Visiting Scholar am Paul Tsai China Center der Yale Law School. Während ihres Aufenthalts in den USA untersucht sie Chinas strategische Narrative gegenüber dem Globalen Süden sowie deren Auswirkungen auf globale Governance und transatlantische China-Politiken.
Sie ist Mitbegründerin und Co-Managing Director des Decoding China Project, das analysiert, wie zentrale Begriffe internationaler Kooperation im offiziellen chinesischen Diskurs verwendet werden. Seit 2025 gehört sie zum Editorial Team der Fachzeitschrift Pluriversal International Relations.
Marina Rudyak studierte moderne und klassische Sinologie sowie Öffentliches Recht in Heidelberg und Shanghai. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2009 war sie für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Peking tätig, wo sie Programme zur regionalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit betreute.
2014 kehrte sie an die Universität Heidelberg zurück, um über Chinas Entwicklungshilfe zu promovieren und ihre Praxiserfahrung mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden. Ihre Dissertation zur Entwicklung des chinesischen Systems der Auslandshilfe wurde 2020 mit summa cum laude ausgezeichnet.
Zwischen 2022 und 2024 hatte sie Vertretungsprofessuren an den Universitäten Frankfurt und Göttingen inne. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an das College of William & Mary sowie an die Yale Law School.
Akademischer Werdegang
Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit kommentiert Marina Rudyak regelmäßig chinesische Politik in deutschen und internationalen Leitmedien. Sie schreibt die Kolumne „Weltmachtspiele“ im Dossier Geoökonomie der Süddeutschen Zeitung und berät deutsche und europäische Institutionen sowie Nichtregierungsorganisationen zu Fragen der chinesischen Außen- und Entwicklungspolitik.
Öffentlichkeit und Beratung
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