Forschung und Projekte
Dr. Marina Rudyak untersucht, wie China seine Rolle in der internationalen Ordnung definiert und durch Entwicklungszusammenarbeit, politische Narrative und institutionelle Strategien globale Prozesse mitgestaltet.
Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage, wie politische Begriffe und Konzepte aus chinesischer Perspektive gedacht werden – und wie sie international wirksam werden.
Als in Moskau geborene Wissenschaftlerin, die fließend Russisch und Chinesisch spricht und systematisch mit Originalquellen arbeitet, verbindet sie sprachliche und kulturelle Expertise mit einer fundierten Analyse politischer Prozesse.
China und globale Entwicklung
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf Chinas wachsender Rolle in der globalen Entwicklungszusammenarbeit. China hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem Empfänger internationaler Hilfe zu einem bedeutenden Akteur der Entwicklungsfinanzierung entwickelt.
Ihre Arbeit untersucht die Institutionen, Entscheidungsprozesse und Finanzierungsinstrumente hinter der chinesischen Entwicklungszusammenarbeit sowie deren Auswirkungen auf Partnerländer. Dabei analysiert sie insbesondere, wie Infrastrukturprojekte, Entwicklungsprogramme und sicherheitspolitische Interessen miteinander verknüpft werden.
Im Rahmen des Forschungsprojekts ChinaGlobal untersucht sie die Rolle von Entwicklung, Infrastruktur und Sicherheit in Chinas internationalem Engagement und analysiert, wie China seine Vision einer globalen Ordnung im internationalen System vorantreibt.
Politische Sprache und strategische Narrative
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Analyse politischer Sprache und strategischer Narrative in der chinesischen Außenpolitik. Ihre Arbeit geht davon aus, dass politische Begriffe nicht nur beschreiben, sondern politische Wirklichkeit aktiv mitgestalten.
Im Rahmen des Decoding China Project untersucht sie, wie zentrale Begriffe internationaler Zusammenarbeit – etwa Entwicklung, Multilateralismus oder Partnerschaft – im offiziellen chinesischen Diskurs verstanden und eingesetzt werden.
Im Horizon-Europe-Projekt De-Conspirator analysiert sie zudem, wie die chinesische Regierung semantische Strategien nutzen, um politische Narrative zu etablieren und öffentliche Debatten zu beeinflussen.